Zahnseide - ein dünner Faden mit großer Wirkung

Lesezeit: 3 Min.

Zahnseide ist ein dünner Faden zum Säubern der Zahnzwischenräume. Fast jeder kennt sie, doch die Details liegen meist im Verborgenen.

Wofür ist Zahnseide gedacht?

In unserem Mund leben Bakterien. Eine kleine Menge dieser Bakterien benötigen wir für das ökologische Gleichgewicht in unserem Mund. Wenn diese Bakterien überhand nehmen oder krankheitserregende (pathogene) Bakterien hinzukommen, drohen hässlicher Zahnstein und schmerzhafte Zahnfäule (Karies) und Zahnfleischerkrankungen (Parodontitis) .

Was ist zu tun, um die Bakterien im Mund in Schach zu halten?

Am Wichtigsten ist eine gründliche Zahnreinigung (Zähne richtig putzen). Für die Oberfläche der Zähne, die Bissfläche, reicht eine Zahnbürste aus. Aber  hinten im Mund, zwischen den Backenzähnen, dort wo sich die Zähne berühren (Kontaktpunkte) ist die Zahnbürste überfordert. Und gerade hier nisten die Bakterien. Zwischen den Zähnen bleibt häufig ein kleiner Speiserest hängen, den die Bakterien nur gerne selber essen. Außerdem können sie sich hier, wo die Zahnbürste schlecht hin kommt, unter dem Zahnbelag (Plaque) sehr gut verbergen und schützen. An dieser Stelle kommt die Zahnseide ins Spiel. Mit  ihr kann man auch hinter dem letzten Backenzahn noch für Ordnung und Sauberkeit sorgen. Und mit der richtigen Technik und ein bisschen Übung bleibt der schmerzhafte Gang zum Zahnarzt erspart.

Ungefähr 40 Prozent der Zahnoberfläche können Sie nicht mit der Zahnbürste erreichen.

Welche Zahnseide ist die richtige?

Es gibt gewachste und ungewachste Zahnseide, welche die dünn oder dick ist. Es gibt fluoridhaltige Zahnseide und solche mit Teflonbeschichtung.

Die Auswahl an Zahnseide ist enorm groß. Gewachste Zahnseide faser nicht so leicht. Sie ist aber eher dicker als die “ungewachste”. Ungewachste Zahnseide ist meist das günstigste Produkt. Sie kann an glatten Stellen etwas knirschen und fasert leicht auf. Zahnseide mit Teflonbeschichtung gleite zwar leicht durch enge Zahnzwischenräume ist aber für die Reinigung nicht so gut geeignet. Zahnseide mit Chlorhexidin reduziert den Bakterienbefall, aber hat auch einen höheren Preis. Zudem gibt es Zahnseide mit Fluorid, die Karies bekämpft. Die Dosis des Fluorids ist aber nicht besonders hoch (siehe Fluoridierung).

Die richtige Technik bei der Anwendung der Zahnseide

Wie so oft macht es die richtige Technik aus  - und die braucht  ein wenig Übung. Zur richtigen Haltung schneidet man sich 30 cm der Zahnseide ab. Dann wickelt man jeweils ein Ende der Zahnseide um einen Mittelfinger. Die Handflächen sollten sich dabei anschauen und etwa einen Abstand von 15cm voneinander haben. Sind die Enden fixiert, dreht man die Handflächen nach unten und hält mit den Zeigefingern die Zahnseide in Position. Jetzt ist auch schon der schwierigste Teil geschafft und das “Seideln” kann begonnen werden. Hierfür beginnt man auf der rechten Seite, hinter dem letzten Zahn. Unter leichtem Vor - und Zurückziehen bewegt man die Seide an der Seite des Zahns von unten nach oben. Hat man das geschafft, ist der erste Zahnzwischenraum dran. Hier ist es wichtig, daran zu denken, dass ein Zahnzwischenraum von zwei Zahnwänden gebildet wird, die beide gereinigt werden müssen. Nach ca. 5 Zahnzwischenräumen sollte man die Stelle, mit der geseidelt wird, wechseln. Man wickelt dafür die Seide einfach von den Mittelfingern ab und ein paar Zentimeter weiter wieder drauf. Die ganze Technik ist nicht ganz einfach. Aber nur Mut, die Übung macht es und am Anfang kann man sich auch alles noch einmal genau vom Zahnarzt im Rahmen einer Professionellen Zahnreinigung zeigen lassen. Für all diejenigen, die sich mit einem Faden in der Hand nicht wohl fühlen gibt es auch Hilfsmittel. In Zahnseidehaltern ist die Zahnseide schon eingespannt und es kann ohne Knoten in den Fingern losgehen.

Wann sollte man Zahnseide benutzen?

Generell sollte Zahnseide bei jedem Zähne putzen, also drei mal täglich, nach den Mahlzeiten benutzt werden. Die Zahnseide wird vor der Zahnbürste benutzt, leistet also die Vorarbeit.

Woraus besteht Zahnseide?

Zahnseide besteht meist gar nicht aus Seide, sondern aus dünnsten kleinen Baummwollfäden, die wie in einer kleinen Kordel miteinander verdreht sind. Es gibt gewachste und ungewachste Zahnseide. Die gewachste gleitet besser in die Zahnzwischenräume, neigt aber auch dazu, dem Anfänger aus der Hand zu gleiten. Für alle, die gerne ein kleines Geschmackserlebnis aus ihrer Mundhygiene machen wollen gibt es Zahnseide in unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen, von Pfefferminze bis Erdbeere.

Wo bekommt man Zahnseide?

Zahnseide ist in jeder handelsüblichen Drogerie erhältlich. Wer gerne noch ein wenig beraten werden möchte kann seine Zahnseide auch in einer Apotheke.

Wer sollte Zahnseide benutzen?

Jeder sollte Zahnseide benutzen. Kindern, denen man diese etwas komplizierte Technik noch nicht zumuten kann, sollte man das Seideln bis sie älter sind abnehmen.

Fazit

Zahnseide ist eine kostengünstige und vor Allem schmerzfreie Alternative zum Zahnarzt. Mit ein wenig Übung geht es ganz schnell. Und ein strahlendes Lächeln des eigenen Mundes ist jedem garantiert.



Letzte Aktualisierung am 07.10.2009.
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sagt Dawill   vor 7 Monate  87

Ich kenne nur eine elmex mentholfrei. Ist eine orange Tube

 
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Zahnärztin, Spezialistin für rekonstruktive, ästhetische Zahnmedizin (Master of Science); Spezialistin Parodontologie (Master of Science); zertifizierte Implantologin
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