Was kann man gegen Mundgeruch am Morgen tun?

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Die Gründe für morgendlichen Mundgeruch sind vielfältig

Jeder hat ihn mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit schon einmal gehabt: Mundgeruch. Gerade morgens nach dem Aufstehen kann es häufiger vorkommen, dass unangenehme Gerüche aus Mundgegend entweichen. Tagsüber sorgt zumindest der Speichelfluss unablässig dafür, dass die Mundhöhle gereinigt wird.

Nachts dämmt der Körper die Speichelproduktion ein – die Bakterien, die die Speisen schon im Mund zersetzen, stellen ihre Arbeit nicht ein. Dabei entstehen Schwefelverbindungen, die tagsüber durch den aktiven Speichelfluss großteils abtransportiert werden, morgens aber ihre volle geruchliche Wirkung entfalten können, weil der Speichelfluss nachts gering ist.

Ein weiterer Grund für morgendlichen Mundgeruch kann Magensäure sein. Durch das flache Liegen kann es vorkommen, dass die Säure während des Verdauungsprozesses in die Speiseröhre aufsteigt und ein unangenehmer Geruch entsteht. Essen am späten Abend kann diesen Mundgeruch begünstigen.

Andere Ursachen sind ebenfalls möglich, da auch die Faktoren, die bei Mundgeruch tagsüber eine Rolle spielen, gegeben sein können. Gleich nach dem Aufwachen kann das Problem besonders unangenehm sein, doch auch gegen den morgendlichen Mundgeruch kann man etwas tun.

1. Zähne putzen und Zahnseide verwenden

Eine gute Mundhygiene ist beim täglichen Kampf gegen den Mundgeruch entscheidend. Die Zähne sollten mindestens zweimal am Tag gründlich geputzt werden, einmal am Tag sollten die Zahnzwischenräume mit Zahnseide gründlich gereinigt werden. Herausnehmbare Prothesen sollten ebenso sorgfältig gereinigt werden, denn auch ein künstliches Gebiss schützt nicht vor Mundgeruch.

Elektrische Zahnbürsten sind von Vorteil. Sie verteilen durch die gleichmäßige Rotation des Bürstenkopfs die Zahnpasta besser und Plaque wird gründlicher entfernt. Aber auch eine herkömmliche Zahnbürste tut ihre Dienste durchaus.

Wurden die Zahnzwischenräume bisher nicht mit Zahnseide behandelt, kann es sein, dass das Zahnfleisch zu bluten beginnt. Das gibt sich aber meist nach einer kurzen Zeit. Ist das nicht der Fall, sollte ein Zahnarzt aufgesucht werden, denn dann besteht die Gefahr, dass eine Erkrankung des Zahnfleischs vorliegt.

2. Reinigen der Zunge

Eine weitere Ursache von morgendlichem Mundgeruch kann Belag sein, der sich auf der Zunge ablagert. Dieser sollte täglich entfernt werden. Man kann hier eine Zahnbürste verwenden, mit der die Ablagerungen von der Zunge behutsam entfernt werden.

Diesen Zweck erfüllen auch spezielle Zungenreiniger, die es in jeder Drogerie oder Apotheke zu kaufen gibt. Der Zungenreiniger sollte relativ weit hinten auf der Zunge aufgesetzt werden und dann mit sanftem Druck nach vorne gezogen werden. Menschen mit einem ausgeprägten Würgereflex können allerdings Schwierigkeiten mit dieser Art der Zungenreinigung bekommen.

3. Mundwasser

Für den morgendlichen „Frischekick“ im Mund kann zudem ein Mundwasser sorgen. Allerdings sollte man darauf achten, dass diese keinen Alkohol enthalten.

4. Gewisse Speisen am Abend vermeiden

Wie allgemein bekannt ist, gibt es gewisse Nahrungsmittel, deren Genuss nicht nur morgendlichen Mundgeruch nach sich zieht. Das bekannteste davon ist mit Sicherheit Knoblauch, dicht gefolgt von Zwiebeln. Möchte man morgens unangenehme Düfte aus dem Mund vermeiden, sollte man auf Genuss dieser Lebensmittel am Abend verzichten. Tatsächlich kann es helfen, die komplette Ernährung umzustellen. Denn eine gesunde Ernährung kann sich positiv auf Mund- und Darmflora auswirken, was wiederum bewirken kann, den Mundgeruch am Morgen einzudämmen.

5. Mit dem Rauchen aufhören

Eine weitere Angewohnheit, die nicht nur morgendlichen Mundgeruch verursachen kann, sondern insgesamt für schlechten Atem verantwortlich ist, ist das Rauchen. Möchte man also einen weiteren Faktor ausschalten, wäre es ratsam, das Rauchen aufzugeben. Zudem sollte man bedenken, welche weiteren gesundheitlichen Folgen Nikotingenuss und Teerablagerung in der Lunge haben können.

6. Speichelfluss anregen

Der Speichel sorgt dafür, dass der Mund- und Rachenraum gründlich gereinigt wird. Um den Speichelfluss anzuregen, sollte man tagsüber ausreichend trinken. Kaffee ist übrigens eher weniger geeignet. Unter Umständen kann dieser sogar Mundgeruch auslösen.

Ebenso sollte man von dem Genuss von alkoholischen Getränken absehen. Gemeinsam mit dem Plaque der sich nachts auf den Zähnen bildet, können sich sehr übelriechende Verbindungen ergeben.

Was tun, wenn das alles nichts hilft?

Es kann möglich sein, dass alle Tipps und Ratschläge nichts gegen den Mundgeruch am Morgen helfen. Dann ist ein Zahnarztbesuch dringend angeraten. Eventuell ist zum Beispiel ein Zahn kariös und sondert unangenehme Gerüche ab. Unter Umständen hilft bereits eine professionelle Zahnreinigung weiter. In anderen Fällen muss eine Grunderkrankung behandelt werden, um in diesem Zusammenhang auch den Mundgeruch zu stoppen.



M. Weitz Miriam Weitz
Gesundheitsredakteurin

aktualisiert am 13.02.2018
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