Zahnlücke lassen?

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Zahnpasta86  fragt am 22.02.2011
Hallo zusammen,


mir wurde letzte Woche der vorletzte untere Backenzahn gezogen.Der Zahnarzt möchte eine Brücke dorthin machen.Dabei sollen zwei gesunde Zähne beschliffen werden,was mir nicht so gut gefällt.
Ich möchte erstmal die Lücke so lassen.Implantat möchte ich (noch) nicht ,auch wegen der hohen Kosten.


Der Arzt sagte das es passieren kann das der Gegenzahn oben dann länger wird und irgendwann überkront werden muß.Jetzt bin ich ganz verunsichert.


Ich kenne einige Leute mit Lücken im Backenzahnberreich.Das jemand dadurch solche Probleme bekam ist mir nicht bekannt.


Ist das beschleifen und überkronen zwei gesunder Zähne nicht nachteiliger als eine Backenzahnlücke ?Muß es mit dieser Lücke zwangsläufig zu problemen kommen?Gibts da auch nicht sowas wie ein einzelzahn den man dann zwischen den zähnen klemmen kann (nicht Krone gemeint)!weis jemand wie das heißt?


Für eure Antwort schonmal vielen Dank !


Gruß
Portrait Dr. Sebastian von Mohrenschildt, Zahnärztliche Praxis, RoKa9, München, Zahnarzt
Dr. von Mohrenschildt  sagt am 22.02.2011
Hallo Zahnpasta86,
von einer Brücke möchte ich Ihnen in einer solchen Situation gänzlich abraten. Bei der von Ihnen geschilderten Situation ist das Implantat heute Therapie der Wahl. Dies hat nebem dem Verzicht des Beschleifens der gesunden Zahnsubstanz der Nachbarzähne noch den Vorteil des Knochenerhaltes. Zudem liegen die Kosten eines Implantates zumeist nur wenig über den Kosten für eine dreigliedrige Brücke. Bei Belassen der Lücke kommt es langfristig zu einem Abbau des Knochens, was augmentative Maßnahmen (Knochenaufbau) im Zuge einer späteren Implantation oft unumgänglich macht. Es stimmt zudem, dass der Gegenzahn elongieren kann und dies auf lange Sicht zu funktionellen Problemen führen kann. Den "zwischen die Zähne geklemmten Zahn" nennt man Maryland-Brücke, sie ist jedoch für den Seitenzahnbereich nicht indiziert. Die beste Lösung bleibt: etwas sparen und Implantat. Gruß
Portrait Dr.med.dent. Walter Quack, Zahnarztpraxis, Digitale Volumentomographie, Implantologie, Zahnarzt Volumentomographie, Bergisch Gladbach, Zahnarzt, Fachkunde DVT (Digitale Volumentomographie),
Dr.dent. Quack  sagt am 24.02.2011
- zumindest, wenn Sie nicht übermässig rauchen (mehr als 20/TAg) und eine gute Mundpflege betreiben und auch sonst gesundheitlich keine Probleme haben, kann ich meinem Kollegen nur zustimmen. Bei Belassen der Lücke kommt es zu einem Abbau des Knochens speziell von der Aussenseite her; die Situation für eine Implantation wird dadurch zunehmend schwieriger. Ca. 6-8 Wochen nach Entfernung ist meist der beste Zeitpunkt um ein Implantat zu setzen (wenn es nicht sofort passieren kann, was manchmal auch möglich ist). Ohne Versorgung kippen die Nachbarzähne fast immer in die Lücke und werden dann ungünstig belastet, nicht abgestützte Gegenzähne wandern in die Lücke und machen bei einem späteren Lösungsversuch oft auch Behandlungsmassnahmen (z.B. Teilkronen) im Gegenkiefer erforderlich, um die Kauebene wieder herstellen zu können. Allerdings denke ich, dass die Kosten für ein Implantat schon deutlich höher sind als für eine dreigliedrige Brücke, das hängt allerdings auch vom Material und der Ausführung jeweils ab. Aber auf die Dauer lohnt es sich, mit seiner gesunden Zahnsubstanz schonend umzugehen!
 
Ulrike745  sagt am 29.09.2018
Hallo zurück,

ich habe diesbezüglich auch eine Frage dazu. Mir wurde ein Backenzahn vor 3 Monaten gezogen und ich kann die Implantat Behandlung derzeit nicht vornehmen lasse, da ich im Ausland lebe und hier die Behandlung das Doppelte als in Deutschland kostet. Demzufolge muss ich bis Februar warten, bis ich wieder zurückziehe. Was in 4 Monaten sein wird. Dazu kommt noch, dass ich erst einen Knochenaufbau für das Einsetzen des Implantats vornehmen muss, da nicht genügend Substanz vorhanden ist. Was kann ich tun, um eine Verschiebung zu verhindern? Gibt es irgendwelche Präventionsmaßnahmen?

Freue mich über eine Antwort
Ulrike

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