Wurzelentzündung an Zahn mit Stiftkrone nach 20 Jahren, Implantat einzige Lösung?

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D-o_5  fragt am 08.03.2011
Vor ca.20 Jahren wurde mir nach einer Wurzelresektion (Nerv gezogen) eine Stiftkrone (Schneidezahn 11) eingesetzt. Seither hatte ich nie mehr Probleme an diesem Zahn. Jetzt war diese Krone unansehnlich geworden. Der Stift wurde beschliffen ebenso wie der nebenstehende Schneidezahn, da ich beide erneuern wollte. Eine Woche nach dem Abschleifen begannen druckempfindliche Schmerzen oberhalb des Zahnes direkt unter der Nase. Ein Röntgenbild ergab angeblich keinen Hinweis auf eine erneute Wurzelentzündung. Ich erhielt Antibiotika - ohne Erfolg. Nach weiteren 5 Wochen waren die Schmerzen noch immer da. Der von mir aufgesuchte Kieferchirurg diagnostizierte eine vereiterte Wurzel sowie eine Fistel am Zahnfleisch. Desweiteren empfahl er ein Implantat, da der Zahn nicht mehr erhaltungswürdig sei und wahrscheinlich sogar ein Knochenaufbau vorgenommen werden müsste. Meine Fragen: Hätte diese Stiftkrone überhaupt beschliffen werden dürfen? Gibt es an dieser Stelle noch Alternativen zum Implantat?
Portrait Dr. Uwe Freytag, Praxisklinik Bergedorf - Zahnstation, Hamburg, Zahnarzt, Oralchirurg (Fachzahnarzt für Oralchirurgie), MSc Oralchirurgie u. MSc Implantologie
Dr. Freytag  sagt am 15.03.2011
Alternative zum Implantat ist eine Brücke. Möchten Sie das?
Übrigens kann man vor einer Brücke eine Zahnfleischaufpolsterung (Bindegewebstransplantat) durchführen und so ein gutes ästhetisches Ergebnis erziehen.
Sie können gern einen Termin bei uns vereinbaren.
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Portrait Dr.med.dent. Walter Quack, Zahnarztpraxis, Digitale Volumentomographie, Implantologie, Zahnarzt Volumentomographie, Bergisch Gladbach, Zahnarzt, Fachkunde DVT (Digitale Volumentomographie),
Dr.dent. Quack  sagt am 20.03.2011
Zunächst ist eine Lösung für die offensichtlich vorhandene Entzündung erforderlich. Ob dazu eine Entfernung des Zahnes unumgänglich ist oder der Zahn ggf. durch eine Wurzelspitzeresektion erhalten werden kann, das ist ohne genaue Kenntnis der Situation nicht zu beurteilen. In sehr ungünstigen Fällen kann es nach Eingliederung eines neuen Ersazes z.B. durch Fraktur eines wurzelbehandelten Zahnes zu einer Situation kommen, die zur Entfernung zwingt und nicht vorhersehbar war. Vor der Neuanfertigung der Krone sollte jedenfalls eine halbwegs aktuelle Röntgenaufnahme vorgelegen haben. Wenn ohnehin die Knochensituation für ein Implantat schwierig ist, dann vergibt man sich mit der Resektion wahrscheinlich auch nicht viel, da der Zugangsbereich durch die Entzündung meist ohnehin mehr oder weniger geschädigt ist. Wenn irgendwie möglich, dann ist der Erehaltungsversuch immer die erste Option. Ob nach Verlust des Zahnes ein Implantat oder eine Brücke sinnvoll ist hängt auch vom Zustand der übrigen Zähne, besonders der Nachbarzähne ab. Intakte Zähne sollte man wenn möglich eher nicht bearbeiten, was für ein Implantat sprechen würde. Sind die Nachbarzähne bereits stark gefüllt oder überkront und die Kronen vielleicht sogar erneuerungsbedürftig, dann würde ich eher an eine Brücke denken. Kosmetisch ist die Brückenversorgung in der Regel die einfachere Lösung, auch kostenmäßig ist diese Variante meist (etwas) günstiger.

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