Wann kann Zungen- und Mundbrennen ein Anzeichen einer Allergie sein?

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Selten Mund- und Zungenbrennen als Folge einer Allergie

Ein Brennen im Mund oder an der Zunge kann verschiedenste Ursachen haben. Die Missempfindungen werden auch als Burning-Mouth-Syndrom oder Glossodynie bezeichnet und sind mitunter durch eine Allergie bedingt. So kann eine Nahrungsmittelallergie oder eine Allergie auf Substanzen in Zahnpflegemitteln bestehen.

Allergien kommen auch in der Zahnheilkunde bei Verwendung von Metall und Metall-Legierungen zum Zweck der Sanierung vor. Bei Verwendung von Kunststoffen entstehen Allergien nur in seltenen Fällen, bei Keramik so gut wie nie. Nur selten führt eine Allergie zum Burning-Mouth-Syndrom.

Allergische Reaktionen im Mund und ihre Symptome

Weiter können als Anzeichen einer Allergie auftreten:

  • gerötete Schleimhaut (Erythema)
  • geschwollene Schleimhaut
  • Magen-Darm-Beschwerden, Übelkeit
  • Mund- und Zungenbrennen
  • Mundtrockenheit
  • Schmerzen beim Essen
  • ein herabgesetztes Allgemeinbefinden, Unwohlsein
  • Atemnot
  • entzündlich bedingte Absonderungen (Exsudation)
  • Bläschen, Knötchen
  • ein metallischer Geschmack im Mund
  • Zahnfleischentzündung

Solche Beschwerden treten aber auch aufgrund anderer Ursachen auf. Um Schlüsse daraus zu ziehen, ist eine Testung notwendig.

Allergie beim Dermatologen abklären lassen

Der Zahnarzt kann eine Allergie (z.B. auf Zahnersatzmaterialien) nicht aufgrund der Symptomatik diagnostizieren. Der Hautarzt oder der Allergologe ist in solch einem speziellen Fall die richtige Ansprechperson. Erst nach positivem Allergietest (Epikutantest) kann davon ausgegangen werden, dass das Burning-Mouth-Syndrom wahrscheinlich von einer Allergie herrührt. Im Normalfall müssen jedoch noch andere Symptome gemeinsam mit der Glossodynie auftreten, um von einer Allergie sprechen zu können.

Allergie durch Nahrungsmittel

Eine Lebensmittelallergie führt gerade im Mund zu Symptomen wie Schwellungen und Brennen der Schleimhaut. Typische Nahrungsmittelallergien sind beispielsweise diejenigen gegen Äpfel, Nüsse, Kuhmilch, Fisch, Krustentiere oder Sellerie.

Häufiger als eine richtige Allergie sind jedoch Unverträglichkeiten. Auch der wiederholte Genuss von scharfen Mahlzeiten, Alkohol, Zigaretten oder heißen Getränken kann eine Reizung im Mund mit der Folge des Zungenbrennens auslösen.

Nahrungsmittel, gegen die eine Allergie oder eine Unverträglichkeit besteht, gilt es in Zukunft zu vermeiden, um die Symptome zu verhindern.

Eine echte Allergie in Form einer Kontaktallergie kann auch gegenüber bestimmten Inhaltsstoffen in Zahnpasta, Mundspülungen oder ähnlichen Produkten bestehen. Zudem kommen sehr selten Allergien auf Zahnersatz-Materialien vor.

Zahnersatz und Füllmaterialien im schlimmsten Fall austauschen

Stellt der Dermatologe eindeutig eine Allergie auf Metalle, Metall-Legierungen oder Kunststoff fest, kann es notwendig sein, das betroffene Material aus der Mundhöhle zu entfernen und durch ein anderes zu ersetzen.

Auch andere Ursachen in Erwägung ziehen

Zu schnell schließen Betroffene von Zungenbrennen auf eine Allergie. Oft liegt die Ursache jedoch ganz woanders. Die Möglichkeit einer Allergie ist nicht die Ursache Nummer eins beim Burning-Mouth-Syndrom. Wesentlich öfter ist es, speziell bei Frauen, Ausdruck eines beginnenden Klimakteriums (Hormon-Umstellungen in den Wechseljahren) oder einer schlecht sitzenden Zahnprothese.

Weitere mögliche Ursachen des Zungenbrennens können sein:

  • mikrobielle Ursachen, Infektion (beispielsweise durch den Hefepilz Candida)
  • sogenanntes orofaziales Schmerzsyndrom oder CMD
  • Diabetes
  • Hauterkrankungen
  • Nebenwirkung von Medikamenten und Chemotherapie
  • psychogene Faktoren
  • Störungen des Immunsystems
  • Vitaminmangel


Letzte Aktualisierung am 20.06.2017.
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