Essen und Zahngesundheit: Was ist gut, was ist schlecht?

Kaffee, Milch und Salz gegen Zucker, Nikotin und Fruchtsäfte

Karies ist eine Volkskrankheit, unter der rund 90 Prozent der Bundesbürger leiden, einige mehr, einige weniger. Eine Möglichkeit, die Krankheit zu vermeiden, ist natürlich das regelmäßige und gründliche Zähneputzen. Oft wird auch eine professionelle Zahnreinigung ein- bis zweimal pro Jahr empfohlen. Beim Putzen sollte darauf geachtet werden, nach dem Essen mindestens eine halbe Stunde zu warten, da sonst die im Essen enthaltene Säure lediglich auf dem Zahnschmelz verrieben wird und diesen besonders angreifen kann. Doch welche Lebensmittel sind eigentlich besonders schlecht für die Zahngesundheit? Und welche tun den Zähnen sogar gut?

Salz und Milch mögen keine gute Kombination für eine Mahlzeit sein, beide sind aber hilfreich, wenn es darum geht, die Zähne gesund zu halten. Während das in fluoridiertem Speisesalz enthaltene Fluorid dem Schutz des Zahnschmelzes dient, wirkt Milch Übersäuerung entgegen. Denn Säure greift die Zähne an. Ebenfalls schützend ist verschiedenen Untersuchungen zufolge der Bitterstoff im Kaffee. Frisch aufgebrüht verzehrt bekämpft der Wachmacher Bakterien im Mund, die die Zähne sonst angreifen würden. Dass Kaugummis das Zähneputzen ersetzen können, ist eine glatte Lüge, die uns die Werbung einzutrichtern versucht. Ganz zu verteufeln sind Kaugummis aber nicht, denn das Kauen erhöht die Speichelproduktion und sorgt zudem auch für eine geringere Säurebildung. Aber: Auch nach dem Kauen das Zähneputzen nicht vergessen!

Käse schließt den Magen. Und auch den Zähnen tut er gut. Denn durch seinen hohen Calcium- und Phosphatgehalt werden kleinere Beschädigungen am Zahnschmelz ausgeglichen. Zudem bildet Käse einen Schutzschirm, der die Zähne vor Säurebelastung schützen kann. Auf die Sorte kommt es übrigens nicht an. Gut ist, was schmeckt. Die Riege der zahnfreundlichen Lebensmittel schließt mit Schwarzem und Grünem Tee. Denn diese enthalten zahlreiche Stoffe, die der Mundgesundheit dienlich sind.

Wer die für die Zähne ungesunden Lebensmittel anführt, ist eigentlich keine Überraschung: Zucker. Dieser wird durch die Mundbakterien schamlos in schädliche Säure umgewandelt, was wiederum zur Bildung von Karies führt. Dumm nur, dass gerade die süßen Lebensmittel besonders gut schmecken - leider vor allem Kindern. Nichts für Kinder und auch für Erwachsene nicht zu empfehlen, ist das Rauchen. Neben den ekligen Zahnbelägen, die durch regelmäßigen Nikotingenuss entstehen, fördert das Qualmen auch Zahnfleischentzündungen und schadet der körpereigenen Abwehr. Rauchen ist kein Lebensmittel, Piercings sind es Gott sei Dank auch nicht, aber dennoch schädigen sie das Zahnfleisch empfindlich. Es kann sogar zu Zahnverlust kommen.

Fruchtsäfte sollen ja gesund sein. Das gilt aber nicht für die Zähne. Denn sie enthalten Säure und Zucker. Beides greift den Zahnschmelz an und regt kariesbringende Bakterien im Mund an. Wasser und Tee sind somit wesentlich besser geeignet, um den Durst zu stillen.


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V. Kittlas
Medizinischer Redakteur und Arzt

verfasst am 16.09.2010, aktualisiert am 20.09.2010.
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